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Wildpferde

 

Die einzige echte Wildpferdart, die bis in die heutige Zeit überlebt hat, ist das Przewalski-Pferd, das allerdings in der Mongolei und nicht in Südafrika vorkommt und vermutlich in freier Wildbahn schon ausgerottet ist. Wenn man die Verwandten der Pferde, die Zebras, nicht mitrechnet, die allerdings eigenständige Arten sind, gibt es in Südafrika

Bildquelle: www.fotofeeling.de

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außer in Zoos, keine Wildpferde. Im äußersten Süden Namibias, im Städtchen Aus an der Grenze zu Südafrika leben Pferde im dortigen Naturreservat. Die genaue Herkunft der Pferde konnte wissenschaftlich noch nicht geklärt werden. Die höchste Wahrscheinlichkeit hat aber die Annahme, dass es sich bei den Tieren um verwilderte Reitpferde handelt, die aus den Beständen der ehemaligen Schutztruppe der früheren deutschen Kolonie Südwestafrika stammen dürften. Im Ersten Weltkrieg verteidigte die Schutztruppe die Kolonie gegen Angriffe Südafrikas, unterlag aber letztlich. Nach der Kapitulation wurde Südwestafrika von den Südafrikanern okkupiert und wurde praktisch zu ihrer Kolonie, bis das Land am 21. März 1990 unabhängig wurde und den Namen in Namibia änderte.

Durch alle diese turbulenten Zeiten haben die Pferde bei Aus und ihre Nachkommen überlebt. Das ist einer Reihe von glücklichen Zufällen zu verdanken. Kurz nach dem Beginn des 20. Jahrhunderts wurden im heutigen Vorkommensgebiet der Pferde Diamanten gefunden. Daraufhin richtete die kaiserliche deutsche Regierung sofort ein militärisches Sperrgebiet ein. Eine riesige Fläche wurde mit Stacheldraht umzäunt und von Land und See aus patrouilliert, da die Diamanten dort teilweise recht oberflächennah vorkommen und an manchen Stellen praktisch einfach aus dem Sand aufgelesen werden könnten. Nach dem Machtwechsel hielten die Südafrikaner das Sperrgebiet aufrecht, um nicht ihr Diamantenmonopol zu gefährden. Davon profitierten die Pferde, hatten sie doch ein militärisch bewachtes und abgeschirmtes Gebiet, in dem sie ungestört waren. Noch ein anderer Zufall kam den Tieren zu Hilfe. Die Deutschen ließen in ihrer damaligen Kolonie etliche Eisenbahnstrecken errichten. Zur damaligen Zeit gab es aber nur Dampflokomotiven, die zum Fahren neben Kohle auch jede Menge Wasser benötigen. Um die Wasserversorgung zu sichern, wurde bei Garup im Sperrgebiet ein Bohrloch angelegt. Dieses Bohrloch dient den Pferden bis heute als Quelle für Wasser, sonst könnten sie das heiße Wüstenklima mit sommerlichen Höchsttemperaturen bis zu +45 ºC nicht überleben.

Die endgültige Rettung für die edlen Tiere kam im Jahre 1986, als die zuständige Bergbaugesellschaft 350 Quadratkilometer des früheren Sperrgebiets an die Naturschutzbehörde übergab. In diesem Gebiet leben auch die wilden Pferde. Ihre Anzahl ist starken Schwankungen unterworfen und geht in Jahren mit wenig Niederschlag beträchtlich zurück, erholt sich aber in regenreicheren Jahren wieder. Insgesamt betrachtet scheint der Bestand der wilden Pferde gesichert zu sein. Sie entwickeln sich immer mehr zu einer Touristenattraktion.

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