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Steve Biko

 

Steve Biko, mit vollem Namen Stephen Bantu Biko, wurde am 18. Dezember 1946 in King Williams Town in der heutigen südafrikanischen Provinz Eastern Cape geboren. Er war ein bekannter Anti-Apartheid Aktivist und Begründer der “Black Conciousness Movement”, deren Ziel es war, die schwarze Bevölkerung in den Städten zum Widerstand gegen das Apartheidregime zu mobilisieren. Nach seinem Tod in einer Gefängniszelle in Pretoria am 12. September 1977 wurde er zum Märtyrer der Widerstandsbewegung. Obwohl es Differenzen zwischen Biko und dem ANC gab, wurde er in den Kreis der Anti-Apartheid Helden aufgenommen. Selbst 1994 bei den ersten freien Wahlen wurde sein Bild auf Wahlplakaten verwendet.

Steve interessierte sich schon frühzeitig für politische Fragen. Nach der Beendigung seiner Schulzeit begann er 1966 ein Studium der Medizin an der University of Natal Medical School, Black Section, in Durban. Dort begann er, sich aktiv politisch zu betätigen. Am Anfang war er in der National Union of South African Students, die allen Rassen offenstand. Bald kam er aber zu der Überzeugung, dass Schwarze, Inder und Mischlinge ihre eigene Organisation brauchten, um ihre speziellen Interessen zu vertreten. Darum war er wesentlich daran beteiligt, 1968 die South African Student’s Organisation (SASO) zu gründen und wurde ihr erster Präsident. SASO entwickelte sich später zur einflussreichen Black Conciousness Movement. Diese Bewegung hatte starke christliche Traditionen und machte der schwarzen Bevölkerungsmehrheit ihre afrikanischen Wurzeln, Traditionen und Kultur bewusst. Damals wurden die Schwarzen von den Weißen als minderwertig angesehen und behandelt. Dem setzte die Black Conciousness Movement ihren Slogan “black is beautiful” entgegen, machte die Schwarzen stolz auf ihre Abstammung und motivierte sie zum Widerstand gegen die Apartheid.

Seine Frau war ebenfalls in der BCM aktiv. Später, im Jahr 1972 wurde Steve Biko Ehrenpräsident des Black People Congress. Da seine politischen Aktivitäten der Apartheid-Regierung ein Dorn im Auge waren, wurde Steve 1973 gebannt. Das bedeutete, dass er sich nur innerhalb eines bestimmten Gebietes mit seinem Wohnort als Mittelpunkt bewegen durfte und außer mit seinen engsten Familienmitgliedern nur mit höchstens einer anderen Person gleichzeitig zusammen sein durfte. Er durfte keine öffentlichen Reden halten und aus seinen früheren Reden und Schriften durfte weder mündlich noch schriftlich zitiert werden.

Diese Verbote und Beschränkungen konnten ihn aber nicht in seiner Tätigkeit stoppen. Er wurde am 18. August 1977 in King Williams Town verhaftet und nach Port Elizabeth ins Gefängnis gebracht. Während des folgenden Verhörs wurde er gefoltert und erlitt schwere Kopfverletzungen. Am 11. September 1977 wurde Steve nackt und bewusstlos mit einem Polizeiwagen ins Zentralgefängnis Pretoria überführt. Dort wurde er ins Gefängniskrankenhaus eingeliefert und starb an seinen Verletzungen. Zunächst behaupteten die Behörden, er sei an den Folgen eines Hungerstreiks gestorben. Obwohl eine gerichtliche Untersuchung im November die Wahrheit ans Licht brachte, wurde niemand bestraft.

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