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Weinbau in Südafrika

Südafrika kann auf eine über dreihundertjährige Tradition des Weinbaus zurückblicken, obwohl der südafrikanische Weinbau in Mitteleuropa erst in den 80er Jahren international bekannt wurde.


Jährlich werden mehr als 700 Millionen Liter Wein im Süden des afrikanischen Kontinents produziert. Damit belegt das Land den 9. Rang weltweit. In Südafrika sind fast 600 Kellereien beheimatet, die von rund 4.500 Traubenbauern versorgt werden. Es arbeiten circa 340.000 Menschen im Bereich des Weinbaus. Die Weinbaugebiete der Region liegen etwa 50 km südlich von der Küste. Die Reben können durch die kühlende Wirkung des Benguelastroms dort besonders gut wachsen.


WeintraubenDer Weinbau in Südafrika begann mit der Ankunft von Jan van Riebeeck, im Jahre 1652, in der Nähe von Kapstadt. Durch die ostindische Kompanie erhielt er den Auftrag eine Versorgungsstation für die Handelsschiffe zu errichten. Als er in das Land kam bemerkte er das warme Klima und importierte Rebsorten aus Europa um dann Wein anzubauen. Wein wurde damals nicht als Genussmittel konsumiert. Wein war auf langen Seefahrten haltbarer als das Süßwasser, welches ebenfalls wie Wein in Fässern gelagert wurde. Zudem wusste van Riebeeck von der positiven Wirkung von Wein gegen Skorbut.


Im Jahre 1655 pflanzte Jan van Riebeeck den ersten Wein an. Vier Jahre später wurde der erste südafrikanische Wein gekeltert. Jan van Riebeeck sprach mit den Bauern ab, dass sie ebenfalls Wein anbauen sollten. Die ersten Weine die aus den Reben hergestellt wurden, waren aufgrund der mangelnden Erfahrung nur ein geringer Genuss.

Im Jahre 1679 übernahm Simon van der Stel die Führung der Versorgungsstation. Er wusste den Wein zu schätzen und hatte Erfahrung im Anbau der Reben. Er legte das auch heute noch vorhandene Weingut Groot Constantia an und gründete die Siedlung Stellenbosch. Auf diesem Gut wurde von der Familie Cloete, die den Hof kaufte, ein beliebter Wein der in der ganzen Welt bekannt ist hergestellt. Die Dessertweine die dort hergestellt wurden, werden auch als das Beste vom Besten bezeichnet.


Im Zeitraum von 1680 bis 1690 fand der Weinbau in Südafrika, durch die Einreise der französichen Hugenotten, einen weiteren Aufschwung. Auch heute noch kann das Weingut Boschendal und Annandale Wines aus damaliger Zeit besichtigt werden.


Im 18. Jahrhundert wehrte sich Europa gegen den Weinexport aus Südafrika. Europa importierte keine Fässer mehr in das Land, wodurch kein Wein mehr abgefüllt werden konnte, weil nicht genug Fässer zur Verfügung standen. Viele Weinbauern nutzten dann Fässer in denen vorher Pökelfleisch gelagert wurde. Andere wiederum eigneten sich mehr Erfahrung im Bereich des Weinkelterns an und testeten verschiedene Rebsorten aus der Region.Weingut

Um 1850 erfuhren die Weinbauern einen Aufschwung. Die Weinproduktion lief auf Hochtouren. 1886 wurden die Rebgärten von der Reblaus befallen und die Reben konnten nicht mehr für die Herstellung verwendet werden. Es wurden neue Rebsorten angepflanzt, wodurch zu viel Wein produziert wurde.


1918 gründete Charles Kohler die Kooperative Wijnbouwers Vereiniging van Zuid – Afrika oder auch kurz KWV. Die Vereinigung unterstützte die Weinbauern. Dadurch konnten Erfahrungen im Weinbau weitergegeben und Fehler vermieden werden.

1925 wurde die einheimische Rebsorte Pinotage entwickelt. 1961 wurde der erste Wein dieser Sorte im Handel vermarktet. Im Anschluss stellte die KWV vor allem Brandy und Weine im Portwein Stil her. Seit 1980 dürfen auch Rebenstecklinge in das Land gebracht werden. Dadurch konnten Weine wie der Chardonnay oder Bordeaux Weine hergestellt werden. Viele Weinbauregionen pflanzten hochwertigere Rebsorten. Die Rebflächen vergrößern sich seit 1998 um mehr als 3.000 ha im Jahr, was nicht zuletzt auf den guten Tropfen den Südafrika herstellt zurückzuführen ist.

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